21.11.2002

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Westfälische Rundschau - Altena - 23.11.2002

Walter Gödde zeigt Sammlung satirischer Werke aus absurdem Alltag in der Stadtbücherei

Kunstwerk Kommentar: Sprachbild-Schau

Von Thorsten Mertens

Altena. Walter Göddes Kunst gewordene Kommentare sind manchmal Augen zwinkernd zynisch. Manchmal sind sie liebenswert unschuldig. Eine Sammlung seiner satirischen Werke ist jetzt in der Stadtbücherei zu sehen eine außergewöhnliche Ausstellung.

Im Gespräch läßt sich Walter Gödde den Zynismus nicht anmerken, dem er in seinen Werken so pfiffig Ausdruck verleiht. Schmunzelnd, aber zurückhaltend präsentierte sich der Letmather am Donnerstag bei der Ausstellungseröffnung. Seinen Pfeffer spart sich der pensionierte Realschullehrer auf - für die Kunst.

Göddes Exponate zeugen von ausgefallenem Sprachwitz. Göddes Kunst lebt häufig von der inneren Spannung zwischen Exponat und Begleittext. Im Stile von „Titanic"-Schreibern wie Chlodwig Poth und Sondermann findet er das Absurde im Alltäglichen. Etwa in der Installation "Bedrohte Tierart", für die er ein Rasiermesser über dem Igel schweben läßt. Farbvoller hingegen seine "Fritten-Gen-Mutante" aus bunten Plastik-Gabeln.

"Was andere wegwerfen oder auf der Straße fallen lassen, ordne ich neu, ergänze oder verändere es und baue daraus Objekte voller Unsinn, Sinn und Hintersinn", so Gödde. Für manche Objekte habe ich eine Idee, zu der ich das passende Material suche", erklärt er, "oft aber erwächst die Idee aus dem gefundenen Material".

Manche seiner Objekte kommentieren Zustände, erzählen kleine Geschichten, die sich an Märchen anlehnen, illustrieren Wortspiele. Sie wollen ernst genommen werden -aber nicht bierernst.

- Die Ausstellung in der Stadtbücherei, Markstr. 14/16, ist bis zum 19. Dezember zu sehen.