Westfälische Rundschau - Altena - 23.11.2002
Walter Gödde zeigt Sammlung satirischer Werke aus absurdem Alltag in der
Stadtbücherei
Kunstwerk Kommentar: Sprachbild-Schau
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Von Thorsten Mertens
Altena. Walter Göddes Kunst gewordene
Kommentare sind manchmal Augen zwinkernd zynisch. Manchmal sind sie liebenswert
unschuldig. Eine Sammlung seiner satirischen Werke ist jetzt in der
Stadtbücherei zu sehen eine außergewöhnliche Ausstellung.
Im Gespräch läßt sich Walter Gödde den
Zynismus nicht anmerken, dem er in seinen Werken so pfiffig Ausdruck verleiht.
Schmunzelnd, aber zurückhaltend präsentierte sich der Letmather am Donnerstag
bei der Ausstellungseröffnung. Seinen Pfeffer spart sich der pensionierte
Realschullehrer auf - für die Kunst.
Göddes Exponate zeugen von ausgefallenem
Sprachwitz. Göddes Kunst lebt häufig von der inneren Spannung zwischen Exponat
und Begleittext. Im Stile von „Titanic"-Schreibern wie Chlodwig Poth und
Sondermann findet er das Absurde im Alltäglichen. Etwa in der Installation
"Bedrohte Tierart", für die er ein Rasiermesser über dem Igel
schweben läßt. Farbvoller hingegen seine "Fritten-Gen-Mutante" aus
bunten Plastik-Gabeln.
"Was andere wegwerfen oder auf der
Straße fallen lassen, ordne ich neu, ergänze oder verändere es und baue
daraus Objekte voller Unsinn, Sinn und Hintersinn", so Gödde. Für manche
Objekte habe ich eine Idee, zu der ich das passende Material suche",
erklärt er, "oft aber erwächst die Idee aus dem gefundenen
Material".
Manche seiner Objekte kommentieren
Zustände, erzählen kleine Geschichten, die sich an Märchen anlehnen,
illustrieren Wortspiele. Sie wollen ernst genommen werden -aber nicht bierernst.
- Die
Ausstellung in der Stadtbücherei, Markstr. 14/16, ist bis zum 19. Dezember zu
sehen.