Brigitta Willer
in der Stadtbücherei Altena zu Gast am
Termin noch unbestimmt 2005 um 20.00 Uhr
Eintritt 6,00 Euro / 3,00 Euro
mit einer Lesung aus
Die
fest gefügten Fünfziger ff
-
persönlich genommen
Von der Adenauerära in die
Achtundsechziger
. Erzählung
„Macht doch jeder so:
Setzt
aus vielen Teilen das Bild eines Landes zusammen, immer wieder neu. Da ist ganz
subjektiv, und doch steckt darin das Allgemeine...“
Axel
Hacke, Deutschlandalbum
Zu
diesem Buch
Diese Erzählung zeichnet einen Bogen
von den fest gefügten Fünfzigern der Adenauerära mit ihren
verkrusteten Strukturen hin zu den Achtundsechzigern, deren erklärtes Ziel es
war, diese Strukturen aufzubrechen.
Folgerichtig
schlug das Pendel nach der Zeit der Restauration, die die Menschen im
statisch Gestrigen gefangen gehalten hatte, extrem aus in die gegenläufige
Richtung.
Die Epoche der Achtundsechziger verwarf
nahezu alles bisher Gültige und schlug dadurch einerseits eine Schneise für
den frischen Wind der neuen Zeit.
Indem sie aber auch Bewährtes und
Erhaltenswürdiges mit hinwegfegte, nahm sie andererseits auch
vielen Menschen das Regelwerk, mit dessen Hilfe sie bisher das Leben meistern
konnten.
Wie nun könnte dieser Prozess verständlicher
dargestellt werden als durch persönliche Erlebnisse?
Sie
malen ein komplexes Bild der Epoche und geben Ort und Zeit Authentizität.
So begleitet der Leser, die Leserin
die junge Maria durch die Zeitläufte und betrachtet den Wandel der Gesellschaft durch ihre ganz persönliche
Brille..
„Zeitzeugen
und Zeitinteressierte sind herzlich eingeladen, Erinnerungen auszutauschen,
Fragen zu stellen.“

Vormittags wird Frau Willer in
einer Schule lesen aus ihrem Buch
Glück
gehabt!
- : erlebte Geschichten aus Kriegs- und Nachkriegszeiten / Brigitta
Willer. Ill.: Lothar Willer. - Hagen : Ardenkuverl., 2004
Kinder
in einem relativ sicheren Nichtkriegsgebiet
haben ganz allgemein eine sehr abstrakte und diffuse Vorstellung vom Krieg.
Krieg
passiert im Fernsehen, bedeutet action
und ist weit weg, kann also mit Interesse betrachtet werden ohne persönliche
Gefahr für Leib und Leben.
Anliegen
des Buches ist es, deutlich zu machen, wie die Großeltern als Kinder den Krieg
im Ruhrgebiet erlitten haben, ganz konkret und ganz nah - nicht abschaltbar.
Das
bedeutete:
Nahezu
jede Nacht Bombenalarm - über Wochen, Monate, Jahre; Angst.
Angst
davor, diesen Angriff nicht zu überleben. Angst davor, durch einen Volltreffer
obdachlos zu werden. Der allnächtliche Terror zermürbte die Menschen.
In
der so genannten schlechten Zeit danach
hausten die Menschen in Trümmern und behelfsmäßigen Wohnungen - sie froren
und hungerten. Schlangestehen vor dem Bäckerladen und Hamsterfahrten auf
Puffern und Trittbrettern überfüllter Züge gehörten zum Alltag.
Allmählich
öffneten auch die Schulen wieder - Lehrer unterrichteten in Klassen mit über
60 Schülern.
Erst
mit der Währungsreform ging’s allmählich wieder aufwärts.
Die
Texte finden sich noch einmal hinein in diese Zeit, lassen sie
lebendig werden
Die
Schilderungen dieser Erlebnisse basieren zum einen auf einer Vielzahl eigener
Erinnerungen, aber auch auf dem kollektiven Familiengedächtnis.