Lorsbach

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Lorsbach, Hans

vorgestellt von seiner Tochter Mechthild Rapp

in der Stadtbücherei Altena am
28. September 2006 um 20.00 Uhr

Eintritt 4,00 € / 2,00 €      PLAKAT  PRESSEBERICHTE

 

Hans Lorsbach: Im Faltboot nach Indien
Erlebnisse bei der Erstbefahrung arabischer und indischer Flüsse.
124 histor. Strichzeichn. und viele Fotos. Herausgegeben von Mechtild Rapp. Fotos von Hans Lorsbach. Pollner Max Verlag: Februar 2006 - kartoniert - 222 Seiten 

Vor 75 Jahren (1931) starteten die beiden Altenaer Hans Lorsbach (Oststraße 20) und sein Freund Rudi Bartels (Werdohlerstraße) in ein Abenteuer, welches erst jetzt in dem Buch "Im Faltboot nach Indien - Erlebnisse bei der Erstbefahrung arabischer und indischer Flüsse" dokumentiert wurde.

 Die älteste Tochter des verstorbenen Autors, Mechthild Rapp, geb. Lorsbach, gestaltete mit den Tagebuchaufzeichnungen und Fotos ihres Vaters dieses Buch und fügte den einzelnen Kapiteln Reiseskizzen zu.

 Mit wegen Arbeitslosigkeit geringsten Mitteln, viel Selbstbewusstsein und Gottvertrauen wurden die Reisevorbereitungen getroffen und durchgeführt. Ab Donaueschingen bis zum Schwarzen Meer befuhren sie die Donau, über die Türkei erreichten sie teils per Pedes, LKW, Küstendampfern und eigenen Booten Syrien - und den Euphrat. Für die Bewohner Syriens und Iraks waren sie anlässlich der Erstbefahrung mit ihren kleinen Faltbooten auf den Strömen Euphrat, Tigris und Schatt-el-Arab die Exoten. Hunger, Hitze und Kälte, Sandstürme und wilde Tiere waren ständige Begleiter. Unterschiedlich gesonnene Stämme an den Flussufern zollten ihnen Respekt und boten oft kaum zu überbietende Gastfreundschaft und Hilfen an, z.B. der Exkönig Ali und der Emir Mohamed Rabia, ein direkter Nachkomme des Propheten Mohamed.

 Die Sandstürme brachten die Armbanduhren zum Stillstand, sodass nur noch die Sonne als Zeitmesser den Tagesablauf bestimmte. Die tückische Malaria hat die unternehmungslustigen jungen Freunde nicht kapitulieren lassen - sie setzten per Ochsendampfer während des Monsuns ihre Reise nach Indien fort.

 Das Wunderland Indien erlebten sie so ursprünglich, wie es heute nicht mehr möglich ist. Auch hier gab es Diebstähle, extremes Wetter und Einsamkeiten zu bewältigen. Ca. 4000 Kilometer durchradelte Hans Lorsbach mit einem unbequemen indischen Drahtesel allein Dschungelberge und Ansiedlungen, nachdem Rudi Bartels wegen einer Tropenkrankheit nach Deutschland zurückkehrte. Bevor die heiligen Ströme Indiens Jamuna, Ganges und Narbada zu Dritt einschließlich ihrer nötigsten Habe in einem Zweier-Faltboot erstbefahren wurden, radelten die drei Freunde noch zum Himalaja in Sichtweite der Göttersitze.

 Persönlichkeiten Indiens, wie der große Freiheitskämpfer Mahatma Gandhi, die Familien Nehru und Malaviya sowie der Nobelpreisträger Rabindranath Tagore boten ihnen Gastfreundschaft, diskutierten mit ihnen und ließen sie teilhaben am wahren indischen Leben. Eine besondere Freundschaft zwischen den jungen Deutschen und dem Maharadscha von Kalakankar entwickelte sich. Ein Jahr erfuhren sie etwas über das faszinierende Gastland Indien mit seinen wilden Naturschönheiten, Menschen und deren Göttern. Als einzigen Misston empfanden die jungen Faltbootfahrer die Unterdrückung der Inder durch die Oberhoheit der Engländer. Dies brachten sie durch Tragen der Gandhikleidung zum Ausdruck. Die englische Polizei war von der Sympathie der Freunde für den gewaltlosen Freiheitskampf der Inder nicht begeistert.

 Nach ca. 40.000 Kilometern zu Wasser und zu Lande ohne Waffen, ohne technische Hilfsmittel und ohne Kartenmaterial kehrten Hans Lorsbach und Franz Wolf im Juli 1933 in die Heimat zurück. Rudi Bartels war 1932 nach Altena zurück gekehrt.

 

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In der Stadtbücherei Altena ausleihbare Bücher