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Lorsbach, Hans vorgestellt von seiner Tochter Mechthild Rapp in der Stadtbücherei Altena am Eintritt 4,00 € / 2,00 € PLAKAT PRESSEBERICHTE
Hans Lorsbach: Im
Faltboot nach Indien
Vor 75 Jahren (1931)
starteten die beiden Altenaer Hans Lorsbach (Oststraße 20) und sein Freund Rudi
Bartels (Werdohlerstraße) in ein Abenteuer, welches erst jetzt in dem Buch
"Im Faltboot nach Indien - Erlebnisse bei der Erstbefahrung arabischer und
indischer Flüsse" dokumentiert wurde. Die älteste Tochter
des verstorbenen Autors, Mechthild Rapp, geb. Lorsbach, gestaltete mit den
Tagebuchaufzeichnungen und Fotos ihres Vaters dieses Buch und fügte den
einzelnen Kapiteln Reiseskizzen zu. Mit wegen
Arbeitslosigkeit geringsten Mitteln, viel Selbstbewusstsein und Gottvertrauen
wurden die Reisevorbereitungen getroffen und durchgeführt. Ab Donaueschingen
bis zum Schwarzen Meer befuhren sie die Donau, über die Türkei erreichten sie
teils per Pedes, LKW, Küstendampfern und eigenen Booten Syrien - und den
Euphrat. Für die Bewohner Syriens und Iraks waren sie anlässlich der
Erstbefahrung mit ihren kleinen Faltbooten auf den Strömen Euphrat, Tigris und
Schatt-el-Arab die Exoten. Hunger, Hitze und Kälte, Sandstürme und wilde Tiere
waren ständige Begleiter. Unterschiedlich gesonnene Stämme an den Flussufern
zollten ihnen Respekt und boten oft kaum zu überbietende Gastfreundschaft und
Hilfen an, z.B. der Exkönig Ali und der Emir Mohamed Rabia, ein direkter
Nachkomme des Propheten Mohamed. Die Sandstürme
brachten die Armbanduhren zum Stillstand, sodass nur noch die Sonne als
Zeitmesser den Tagesablauf bestimmte. Die tückische Malaria hat die
unternehmungslustigen jungen Freunde nicht kapitulieren lassen - sie setzten per
Ochsendampfer während des Monsuns ihre Reise nach Indien fort. Das Wunderland Indien
erlebten sie so ursprünglich, wie es heute nicht mehr möglich ist. Auch hier
gab es Diebstähle, extremes Wetter und Einsamkeiten zu bewältigen. Ca. 4000
Kilometer durchradelte Hans Lorsbach mit einem unbequemen indischen Drahtesel
allein Dschungelberge und Ansiedlungen, nachdem Rudi Bartels wegen einer
Tropenkrankheit nach Deutschland zurückkehrte. Bevor die heiligen Ströme
Indiens Jamuna, Ganges und Narbada zu Dritt einschließlich ihrer nötigsten
Habe in einem Zweier-Faltboot erstbefahren wurden, radelten die drei Freunde
noch zum Himalaja in Sichtweite der Göttersitze. Persönlichkeiten
Indiens, wie der große Freiheitskämpfer Mahatma Gandhi, die Familien Nehru und
Malaviya sowie der Nobelpreisträger Rabindranath Tagore boten ihnen
Gastfreundschaft, diskutierten mit ihnen und ließen sie teilhaben am wahren
indischen Leben. Eine besondere Freundschaft zwischen den jungen Deutschen und
dem Maharadscha von Kalakankar entwickelte sich. Ein Jahr erfuhren sie etwas über
das faszinierende Gastland Indien mit seinen wilden Naturschönheiten, Menschen
und deren Göttern. Als einzigen Misston empfanden die jungen Faltbootfahrer die
Unterdrückung der Inder durch die Oberhoheit der Engländer. Dies brachten sie
durch Tragen der Gandhikleidung zum Ausdruck. Die englische Polizei war von der
Sympathie der Freunde für den gewaltlosen Freiheitskampf der Inder nicht
begeistert. Nach ca. 40.000
Kilometern zu Wasser und zu Lande ohne Waffen, ohne technische Hilfsmittel und
ohne Kartenmaterial kehrten Hans Lorsbach und Franz Wolf im Juli 1933 in die
Heimat zurück. Rudi Bartels war 1932 nach Altena zurück gekehrt.
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