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 07.06.2011 http://www.derwesten.de/staedte/altena/Lesefoerderung-bringt-viel-Spass-id4739693.html

Schule : Leseförderung bringt viel Spaß

Altena, 08.06.2011, Christof Hüls

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23 Jungen und Mädchen der Grundschule Dahle-Evingsen besuchten die Stadtbücherei, um hier zu erfahren, wie Bücher und andere Medien ausgeliehen werden können. Foto: Guido Raith

Altena. Die Schulleiter der Grundschulen Dahle/Evingsen und Breitenhagen fühlen sich ins falsche Licht gesetzt. „Wir machen unsere Hausaufgaben“, pariert Karl-Heinz Zündorf auf Vorwürfe im Schulausschuss. Rüdiger Schlüter denkt, die Sache hätte anders ausgesehen, wenn er und sein Kollege eingeladen gewesen wären.

Der Ausschuss für Schule, Sport und Kultur hatte in der vergangenen Woche in der Grundschule Mühlendorf getagt. Dort unterstrich Fachbereichsleiter Willi Beckmerhagen das Ziel der Stadt: Jede Grundschule müsse sich profilieren und Schwerpunkt-Angebote machen. Das Konzept der Mühlendorfschule fand sich „als inhaltliches Beispiel“ in der Anlage zur Tagesordnung. Gastgeber Schulleiter Wolfgang Wilbers erläuterte das Konzept seines Kollegiums persönlich.

Konzept lag Verwaltung vor

Über die Ideen aus Dahle/Evingsen und vom Breitenhagen gab es nur knappste Infos. Das animierte den CDU-Ratsherr Karlheinz Kühn mit leicht fragendem Unterton zur Formulierung, dort seien die Hausaufgaben wohl nicht gemacht worden.

Karl-Heinz Zündorf, Leiter der Grundschule am Doppelstandort Dahle/Evingsen, ist verärgert. „Dagegen verwahre ich mich energisch!“ Die Stadtverwaltung habe das Konzept der Schule sogar bereits zweimal bekommen – zuletzt bei einem Termin am 28. März. Rüdiger Schlüter, Leiter der Grundschule Breitenhagen, überreichte das Konzeptpapier eine Woche vor der Schulausschuss-Sitzung.

Halbwahrheiten keine Chance einräumen

Die Kinderzimmer sind längst mit modernen Medien hochgerüstet. Die Grundschule Breitenhagen will Schüler zum kompetenten und kritischen Umgang mit Medien erziehen. Jedes Kind soll einen Computer-Pass machen, der für jede Jahrgangsstufe nötige Grundkenntnisse definiert.

Die Computer in den Klassenräumen wurden ausrangiert, weil sie mit heutigen Programmen nicht mehr funktionieren. Dort müsste ebenso für Ersatz gesorgt werden wie im PC-Raum. Die dort vorhandenen sieben Rechner sollen, so schlägt die Schule vor, auf 15 aufgestockt werden. Die Schule weist auch auf die Problematik der Rechner-Pflege und der Lehrerfortbildung hin.

Die Grundschule Dahle/Evingsen setzt auf Naturwissenschaft und Technik. Im Rahmen einer naturwissenschaftlichen Ausrichtung lief vor wenigen Wochen eine Mini-Phänomenta an beiden Standorten. Kinder sollen bereits im Vorschulalter Phänomene ihrer Umwelt erkunden – lange, bevor sie im Stoffplan weiterführender Schulen auftauchen. Die Lehrer/innen greifen Bezüge aus dem Alltag auf, um zu verhindern, dass sich Halbwahrheiten festsetzen. Bereits in der ersten Klasse sollen Kinder mit Wärme, Licht, Magnetismus oder Tieren und Pflanzen experimentieren. Behilflich sein sollen externe Bildungspartner wie Lions-Club oder Naturschutzbund.

Im März habe die Stadtverwaltung die Schule aufgefordert, sich Gedanken über künftige Schwerpunkte zu machen. Zwei Monate für Überlegungen sowie das Einholen von Angeboten hält Rüdiger Schlüter für keineswegs zu lang.

Das Kollegium am Breitenhagen will sich stärker denn je um die Themen „Sprache/Kommunikation“ und neue Medien kümmern. Dazu legt die Schule, wie aufgefordert, auch Kostenrechnungen vor.

Alle Schulen unterstreichen die Bedeutung des Lesens als Schlüsselkompetenz und wollen ihre Schüler dementsprechend fördern und fordern. Dazu dienen auch die Bildungspartnerschaften mit der Stadtbücherei.

Karl-Heinz Zündorf sieht die Verbundschule Dahle/Evingsen auf dem Weg zu einer „Leseschule.“ Allein in dieser Woche besuchen deshalb drei Schulklassen die Stadtbücherei. „Die Schüler sollen Bücher und Texte kennenlernen, in die sie versinken können, mit denen sie träumen und verreisen können, mit denen sie sich aber auch Informationen verschaffen können.“

Ausrichtung zum Nulltarif gibt’s nicht

Dass eine konsequente Ausrichtung nicht zum Nulltarif zu haben ist, ist der Stadtverwaltung klar. So wurden erhebliche Mittel in die Schulen gesteckt und Investitionsstaus aufgelöst. Sinkende Schülerzahlen machten es möglich, Mittel umzuschichten und zielgerichtet in neue Arbeitsschwerpunkte zu stecken.

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