2012
Nachruf
Journalist und Künstler Werner Panke ist tot
24.11.2012

Er wird fehlen. Vielen. Unerwartet ist der Journalist und Holzkünstler Werner Panke am Donnerstag nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 78 Jahren verstorben. Er ist ein kluger, hochgebildeter Kopf gewesen, ein gradliniger, ehrlicher, manchmal auch kratzbürstiger Charakter, der besonders das kulturelle Leben der Burgstadt bereichert hat.
In der Burg Holtzbrinck erinnert der große, eindrucksvolle „Ameisenäquator“ an sein künstlerisches Schaffen; Werke von ihm wurden zuletzt ausgestellt beim „Tag des offenen Denkmals“ in der Stadtbücherei. Ob Kunstförderverein „Werkstatt“, Kulturring oder Förderverein der Stadtbücherei: Werner Panke hat sich vielfach eingebracht. Das hieß immer auch: eingemischt.
Bewegter Werdegang
Der Werdegang des gelernten Modelltischlers war bewegt. 1934 in Dortmund geboren, lebte er mehrere Jahre in Schweden, übte verschiedene Berufstätigkeiten aus und war über zwei Jahrzehnte ein international anerkannter Musikjournalist der Jazzszene, produzierte herausragende Sendungen für den Hörfunk und lehrte an Universitäten.
Die Erlebnisse dieser Zeit hat er selbstbewusst in seinen überreichen Wissens- und Erfahrungsschatz eingebaut, aber nie vor sich hergetragen. Wer ist schon mit Louis Armstrong gemeinsam im Taxi vor den Fans geflüchtet oder hat den „King of Pop“, Michael Jackson, auf dem Schoß gehabt, als der noch ein kleines Kind war? Beim renommierten Dortmunder Jazzclub „domicil“ gehörte Werner Panke zu den Gründungsvätern.
Der Jazz war es, der ihn in den 1970er Jahren nach Altena führte, damals mit dem Jazzfestival auf der Burg internationaler Anziehungspunkt der Szene.
Der frühere Stadtdirektor Dr. Gramke hatte ihn deshalb geholt. Von nun an war „Bürste“ – den Igelhaarschnitt trug Werner Panke eigentlich schon immer, auch als alle Welt noch lange Haare hatte – mit dem gestreiften Schreinerhemd und den roten Hosenträgern ein Teil Altenas.
Viel belesen kannte er die großen Bücher der Weltreligionen genauso gut wie das umfängliche Werk von Karl Marx – und wusste darum, warum er politisch links stand. Eine Begegnung mit ihm, eine Unterhaltung – immer eine Bereicherung, wenngleich auch manchmal eine nervenaufreibende, weil Kompromisse, Nachlässigkeiten, Ungenauigkeiten oder Larifari einfach nicht sein Ding waren. Das nahm sich auch so mancher Volontär zum Vorbild. Trotzdem oder gerade deshalb konnte man mit ihm feiern und quatschen „bis in die Puppen“.
Hier in der Burgstadt begann für Werner Panke ein neuer beruflicher Lebensabschnitt als Zeitungsmacher. 1975 fing er beim „Altenaer Kreisblatt“ an, von 1976 bis 1989 war er Redakteur der „Westfälischen Rundschau“, zunächst in Olpe, seit 1980 in Altena. Mit spitzer Feder begleitete er das Leben in dieser Stadt, bis er nach einer schweren Krankheit aus dem Berufsleben ausschied.
Werke von ästhetischer Wirkung
So treu Werner Panke war, so gründlich manchmal die Einschnitte: Radikal hatte er einst den Jazz an den Nagel gehängt, jetzt ließ er ganz vom Journalismus ab und kehrte zu seinen Wurzeln zurück: zur Arbeit mit Holz als freischaffender Drechsler. Für Rosenholz hatte er ein besonderes Herz; seine Arbeiten erzielen vor allem durch die Einfachheit der verwendeten Formen ihre ästhetische Wirkung.
Auf seinen Werken steht sein Namenskürzel „wepa“ mit dem lateinischen „fecit“ („hat es gemacht“). „wepafecit“ gilt auch für seinen Lebensweg in Altena. Danke dafür, Werner!
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