Otfried Preußler
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Raniuke, Pikkunoita und Hamachshepha Haktuna. Was sich so anhört wie ein schwieriger Zauberspruch für die Gartenarbeit, sind die Namen der kleinen Hexe in Litauisch, Finnisch und Hebräisch. In all diese Länder schickte sie ihr Vater, der Schriftsteller und Geschichtenerzähler Otfried Preußler ebenso wie nach Norwegen, in die Türkei oder sogar nach Thailand. Eine ziemlich weite Reise, auf die auch „Der kleine Wassermann“ und „Das kleine Gespenst“ gingen.

Mit 8 Jahren (also nur ein ganz klein wenig jünger als die kleine Hexe, die ja auch erst 127 Jahre alt ist) beschloss Otfried, entweder Maler oder Schriftsteller zu werden, vielleicht aber auch Lehrer. Geboren am 20. Oktober 1923 spielte er bei schönen Wetter mit den Nachbarskindern am liebsten Indianer. Regnete es in Strömen, machten es sich die Kinder auf dem großen Dachboden von Otfrieds Eltern gemütlich, führten ein Kasperletheater auf oder spielten Zirkus. Schon mit 12 Jahren schrieb er eigene kleine Gedichte und Geschichten und malte selbst die Bilder dazu.

Als Erwachsener studierte Otfried Preußler nach dem Krieg und arbeitete als Volksschullehrer. Wenn seine Schüler im Unterricht unruhig wurden und nicht mehr aufpassten, erzählte er ihnen selbstausgedachte Geschichten. Abends setzte er sich zu Hause hin und schrieb die Geschichten auf. Vielleicht lag es daran, dass Otfried in dem Dorf Haidholzen ausgerechnet im Rübezahlweg wohnt, dass ihm immer neue Geschichten einfielen, denn immerhin soll sich der Räuber Hotzenplotz von Zeit zu Zeit dort einnisten. Oder es lag daran, dass er neben seiner Schulklasse noch drei eigene Töchter hat, die ebenfalls gern neue Geschichten hörten, jedenfalls fielen Otfried so viele neue Geschichten ein, dass er kaum Zeit hatte, sie aufzuschreiben.

Darum hörte er 1970 auf, als Lehrer zu arbeiten, blieb zu Hause an seinem Schreibtisch und schrieb Bücher. So wurde aus dem Geschichtenerzähler der Schriftsteller Otfried Preußler.

Für Kinder, die nicht so gern lasen oder noch nicht lesen können, schrieb er seine Geschichten so um, dass man sie auf Schallplatten, Kassetten und CDs hören kann, z.B. „Der Räuber Hotzenplotz“ und „Hörbe mit dem großen Hut“. Manche Geschichten werden auch im Theater nachgespielt.

Für kleinere Kinder dachte sich Otfried den Text für Bilderbücher aus, z. B. „Pumphutt und die Bettelkinder“ oder „Die dumme Augustine“ und für ältere Kinder und Erwachsene Schrieb er das Buch „Krabat“, eine Art Märchen aus dem sorbischen Sagenkreis. Anderen Sagen und Märchen gab er neuen Glanz in den Büchern: „Mein Rübezahlbuch“ und „Bei uns in Schilda“.

Otfried Preußlers Lieblingsbeschäftigungen sind Lesen, Schwimmen und Pilze sammeln. Er hilft auch gern ein bisschen bei der Gartenarbeit.

Fragt man ihn, warum er Kinderbücher schreibt, so antwortet er: „Weil es mir Spaß macht!“

Mehr über Otfried Preußler findet ihr unter:  

http://www.thienemann.de

 

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