|
|
|
Infos von Susanne Krones Vor
über 100 Jahren wurde Enid Blyton als Enid Mary Blyton am 11. August 1897 in Südlondon
in England geboren. Ihr Vater Thomas Carey Blyton war Verkäufer und besaß später
ein Tuchfabrik und ihre Mutter, Theresa Mary Blyton war Hausfrau. Enid hatte
noch zwei kleine Brüder, Hanley und Carey. Enid
war als Kind eine richtige Leseratte, sie liebte Märchen und Sagen und eines
ihrer Lieblingsbücher war „Alice im Wunderland“. Gern las sie aber auch die
Comics ihrer Brüder. Wenn Enid abends in ihrem Bett lag, dachte sie sich wilde
Abenteuer aus und erzählte sie ihren Brüdern. Hanley und Carey liebten diese
Geschichten, nur als Enids Gedichte fanden die beiden sehr langweilig. Neben
dem Lesen liebte Enid die Natur und besaß ihr eigenes Gartenbeet, das sie jedes
Jahr anders bepflanzte. Ihr Vater ging oft mit ihr spazieren und erklärte ihr
die Pflanzen und Tiere. Obwohl Enid sehr tierlieb war, durfte sie sich keine
eigenen Haustiere halten, darum kümmerte sie sich um ein paar Raupen im Garten.
Enids Vater brachte ihr auch Schach und das Angeln bei. Als sich ihre Eltern
trennten, war Enid untröstlich und tat lange so, als wäre die Familie noch
zusammen. Noch
bevor sie lesen konnte, hatte Enid beschlossen, Schriftstellerin zu werden.
Darum ging sie gern zur Schule, obwohl sie die Schlechteste in Mathematik war.
Sie wollte unbedingt alles über Grammatik und Ausdruck lernen, um später Bücher
schreiben zu können. Ihre Eltern aber hofften, dass ihre Tochter eine große
Pianistin werden würde, doch als Enid mit 14 Jahren einen Gedichtwettbewerb für
Kinder gewann und ihr Gedicht das erste Mal gedruckt in der Zeitung sah, stand
es für sie entgültig fest: Ich werde Schriftstellerin! Unermüdlich
sandte sie ihre Gedichte und Geschichten an Zeitungen und Zeitschriften. Aber
niemand druckte etwas. Doch sie schrieb immer weiter. Weil
Enid nicht glaubte, dass sie eine gute Pianistin werden würde, machte sie von
1916 – 1918 eine pädagogische Ausbildung und arbeitete dann als Lehrerin. 1922
hatte Enid Erfolg: ihr erstes Buch mit Kindergedichten erschien und ab diesem
Zeitpunkt veröffentlichte sie regelmäßig Bücher und Zeitschriftenartikel. Mit
26 Jahren heiratete Enid den Herausgeber Hugh Pollack und zog mit ihm kurze Zeit
später in das Haus „Old Thatch“ (Alter Reethof). Es war ein über 400 Jahre
altes Haus mit einem Reetdach, in dem viele Vögel nisteten und einem richtigen
alten Brunnen. Um das Haus und den Brunnen rankten sich alte Spukgeschichten und
das Haus lieferte auch den Stoff für viele von Enids Geschichten. Doch als
Enids Töchter Gillian (1931) und Imogen (1935) geboren waren, wurde das schöne
alte Landhaus bald zu klein für die Familie und sie suchten nach einer neuen
Bleibe. Dieses
neue Haus in Beaconsfield hatte einen riesigen und wunderschönen Garten mit
Tannen, Kletterrosen und Gartenbeeten, die von Hecken umwachsen waren. In
der Zeitung erzählte Enid den Kindern von ihrem Haus und ihrem Garten, und bat
sie, einen Namen für ihr neues Zuhause zu finden. Viele Kinder schrieben und am
häufigsten wurde ein Name genannt: „Green Hedges“ (Grüne Hecken). Also
nannte Enid das Haus „Green Hedges“ und ließ sogar ein Namensschild
aufstellen. Enid
liebte ihren Garten und auch die Tiere, die in ihm lebten: die Elster Maggie und
die Dohle Jackie, den Igel und die Kröte Terence. Und sie erfüllte sich den
Traum von eigenen Tieren. Das waren die Foxterrier Bobs, Sandy und Topsy, der
Cockerspaniel Laddies, viele Katzen und Schildkröten. Ihren Töchtern erlaubte
Enid sogar, Mäuse zu halten. 1943
heiratete sie nach der Scheidung ihren zweiten Ehemann, den Chirurgen Kenneth
Darell Water. Sie schrieb fast jeden Tag und dachte sich neue Geschichten aus.
Die bekanntesten sind wohl die Reihen: die Abenteuer-Reihe, die Fünf
Freunde-Reihe, Geheimnis um... -Reihe, Hanni und Nanni und die Bücher vom
Spielzeugmann Noddy aus dem Toyland. Von 1954 – 1959 war sie sogar die
Herausgeberin einer eigenen Zeitschrift, dem „Enid Blyton’s Magazine“. Oft
wurde Enid gefragt, wie sie immer wieder zu Ideen für neue Abenteuer kommt, den
schon allein die Fünf-Freunde-Reihe besteht aus 21 Einzelbüchern. Sie
erwiderte dann, dass sie sich einfach auf das Sofa setzte, die Augen schließe
und dann kämen die Abenteuer ganz von alleine. Sie bräuchte nur noch alles auf
zuschreiben. Nur wenige ihrer Gestalten waren nicht der Fantasie entsprungen, z.
B. die Mamselle und die Claudine aus Hanni und Nanni hat es wirklich gegeben,
ebenso wie den Inspektor Jenks aus der Geheimnis-Reihe, oder den/die George aus
der Fünf-Freunde-Reihe. Natürlich hießen sie in Wirklichkeit anders. Die Idee
zum Bill Smugs aus der Abenteuer-Reihe hatte Enid, nachdem sie ein Mann auf
einer Ferienreise bat, ihn doch bitte als Figur in einem ihrer Bücher zu
benutzen. Als Kind hatte der Mann sich immer Bill Smugs genannt und er träumte
davon, ein abenteuerliches Leben als Geheimdienstler zu führen. Auch den
Papagei Kiki hat es gegeben, er gehörte einer alten Tante Enids und war genauso
sprachbegabt wie der Papagei aus der Geschichte. Bis
zu ihrem Tod am 28. November 1968 schrieb Enid über 700
Bücher und zahllose Kurzgeschichten, Theaterstücke, Gedichte, Zeitungs-
und Zeitschriftenartikel und einige ihrer Bücher wurden sogar verfilmt. Ihre Bücher
kann man in 30 Sprachen lesen. Enid
setzte sich aber auch für das Wohl behinderter Kinder ein und bat die Kinder in
den zahllosen Enid-Blyton-Clubs, Geld zu sammeln. Noch heute gibt es viele
dieser Clubs, deren Mitglieder sich über ihre Leseeindrücke austauschen oder
gemeinsam über solche Fragen grübeln wie: Hat Enid Blyton tatsächlich jede
Woche ein ganzes Buch geschrieben? Enid
selbst schrieb in ihrer Biografie, dass sie ihre Leser, die nach immer neuen
Abenteuer verlangten, einmal seufzend fragte: „Wollt ihr denn, das ich Tag und
Nacht ohne zu schlafen für euch arbeite?“ Und die Leser? Sie schrieen im
Chor: „Jaaa!“ Enid
hat über ein Buch über ihr Leben, ihre Gärten und ihre Familie geschrieben,
es heißt: „Enid Blyton. Die Geschichte meines Lebens“ und ist im Erika
Klopp Verlag erschienen. Ihre
Stimme könnt ihr hören unter: www.bbc.co.uk./voices/pages/profilepages/blytone1.shtml Andere
schöne Seiten zu Enid Blyton sind: |
|
Findefuchs © 2002 Stadtbücherei Altena |